Die Anfänge


         In der Gründungsversammlung am 18. Oktober 1898, die
         im Gasthaus "Zum Anker" stattfand, das als Vereinslokal
         bis 1980 diente, wurde folgende Vorstandschaft gewählt:

         1. Schützenmeister:   Dorn Wilhelm
         2. Schützenmeister:   Stein Georg
         Kassier:                        Rausch Benedik
         Schriftführer:                Brückner Franz
         Zeugwart:                     Fleckenstein Eduard
         Beisitzer:                      Leibacher Franz
                                                Rettinger Baltasar

         In dieser Versammlung wurde ferner der Beschluß gefaßt,
         monatlich eine Mitgliederversammlung abzuhalten. Damit
         wollte man den Verein zu einer lebendigen Gemeinschaft
         werden lassen. Dies blieb in den Gründerjahren eine
         ständige Einrichtung.

         In der Generalversammlung am 19. Februar 1905 heißt es:
         "Jedes Mitglied hat monatlich 25 Pfennig zu enrichten.
         20 Pfennig fließen davon in die Vereinskasse und 5 Pfennig werden für Geschenke verwendet". Im letzten Absatz findet sich
         der Beschluß "Jedes Mitglied welches bisher aus dem Verein ausgestoßen worden ist, kann wieder in den Verein aufgenommen
         werden". Man darf damit vermuten, daß das Vereinsleben damals härter als heute war.

         Interessant ist auch der nächste Beschluß vom 12. März 1905 im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung, in der
         folgendes beschlossen wurde: "Jedes Mitglied welches dieser Versammlung ohne Entschuldigung fern geblieben ist, wird mit
         20 Pfennig bestraft. Im Falle, daß die Strafe verweigert wird, erfolgt Ausschluß aus dem Verein".

         Als Anmerkung darf man anfügen, daß eine der wichtigsten Einnahmequellen in unserer Zeit dann wohl die Generalversammlung
         wäre.

         Weiter folgt im Protokollbuch: "Jedes Mitglied vom Schützenverein Grüntal, welches dortselbst ausgeschlossen wird, kann
         nicht in unserem Verein aufgenommen werden. Dagegen jenes Mitglied vom Schützenverein Grüntal, welches dortselbst freiwillig
         ausgetreten ist, wird bei uns aufgenommen".

         So ganz zwischendurch darf man auch einmal erwähnen, mit welchem Sportgerät geschossen wurde. Es war wie der Gründername
         schon sagte, ein Zimmerstutzen. Dabei beschleunigt nur das Zündhütchen ein kleines Geschoß von 4,6 mm, der Zimmerstutzen
         ist damit ein reines Sportgewehr gewesen. Die Trefferweite ist gering, bis 18 m kann man einigermaßen genau treffen. Die
         Schießentfernung wurde deshalb auf 15 m festgelegt.
      

Fahnenweihe

         Am Pfingstmontag, 4. Juni 1906 beging der Verein das Fest seiner Fahnenweihe.
         In genau vorgeschriebener Tracht trug Johann Dorn als Fähnrich das prächtige
         Vereinssymbol. Die Fahnenweihe fand im Vereinslokal unter Mitwirkung des
         Hösbacher Musikvereins statt.

         Im Jahre 1907 wurde die Gründung einer Sterbekasse beschlossen, eine damals
         allgemein geübte Vereinseinrichtung. Das Stammkapital ergab sich aus den
         einmaligen Spendeneinlagen der Mitglieder. Desweiteren wurde beschlossen,
         daß am 20. Januar jeden Jahres auf Sebastian mit Fahne und Musik in die Kirche
         gezogen wird.

         Zum 10jährigen Stiftungsfest am 28. und 29. Juni 1908 wurde ein großes
         Preisschießen abgehalten. Als Musik für das Fest spielt der "Musikverein
         mit 10 Mann und 140 Mark Besoldung pro Mann 10 Liter Bier".

         Regelmäßige Vereinsinterne Preisschießen - Rundenwettkämpfe waren noch
         unbekannt - förderten den Sport und die Geselligkeit. Dabei taucht in
         den Protokollen immer wieder das Wort Strohschießen auf. Gemeint war damit
         eine besondere Art des Preisschießens. Jeder Schütze hatte einen Preis
         zu stiften, der einen gewissen Betrag nicht unterschreiten durfte und mußte diesen sorgfältig und kunstvoll in Stroh verpackt
         beim Schießleiter abgeben. Danach wurden die Preise auf die verschiedenste Art und Weise herausgeschossen.
      

Zwischen den Kriegen

         Nach der Eintragung vom 9. Juni 1914, einer Ausschußsitzung findet sich der Hinweis, nachträglich eingefügt: "Krieg ausgebrochen
         1914 - 1918 Kraus Georg Schriftführer".

         Während des 1. Weltkrieges kam dann das Vereinsleben völlig zum Erliegen. Ein Großteil der Mitglieder war zum Kriegsdienst
         einberufen worden. 12 treue Schützenbrüder kehren nicht zurück.

         Das Rad der Vereinsgeschichte begann sich dann erst wieder mit einem Eintrag vom 11. Januar 1920 zu drehen. In der ersten
         Generalversammlung wurde Leopold Völker zum 1. Schützenmeister gewählt. Der Mitgliederstand war durch Neueintritte bald
         wieder auf ca. 70 Personen gebracht.

         Die wirtschaftlich schlechten 20er Jahre führten zu einer starken Mitgleiderbewegung. Arbeitslosigkeit und die Folgen der
         Inflation zwangen manchen Schützen zum Vereinsaustritt. Die Inflation galoppierte. Für die 2. Jahreshälfte 1922 zahlte das
         Mitglied 100 Reichsmark. Im August 1924 stieg der Monatsbeitrag auf 50.000.- RM und erreichte im November die astronomische
         Summe von 200 Milliarden Reichsmark.

         Mit neuer wertbeständiger Rentenmark wurde 1924 ein neuer Schießstand im "Anker" gebaut. Um die Kosten zu decken wurde ein
         Preisschießen veranstaltet und die Mitglieder konnten Anteilscheine zu je 1 Mark erwerben. Ein Jahr später, 1925, erfolgte
         die Einrichtung winterfester Schießstände im "Ankersaal".

         Inzwischen war der Deutsche Schützenbund gegründet. Die "Adler-Schützen" erklärten 1926 ihren Beitritt. Der erste Rundenwettkampf
         wurde am 12. September 1926 mit den Schützen Karl Brönner, Leopold Völker, Georg Graf, Georg Fleckenstein, Georg Rausch und Josef
         Heeg ausgetragen.
         
         Zum Pfingstfest, vom 27. - 28. Mai 1928 wurde über drei
         Tage das 30jährige Stiftungsfest gefeiert. Auf unseren
         Ständen fand zum erstenmal in der Verbandsgeschichte
         ein Verbandsschießen statt. Das Fest begann am 27. Mai
         mit einem Lampionszug durch Hösbach und anschließendem
         Kommersabend, unter freiem Himmel auf dem Festplatz
         unter Beteiligung der beiden Gesangvereine "Germania"
         und "Bavaria", dem Kraftsportclub und dem Turnverein,
         sowie dem Radverein statt. Am folgenden Sonntag war ab
         6:00 Uhr Weckruf, anschließend Festgottestdienst, danach
         Frühschoppen im Vereinslokal. Am Nachmittag bewegte sich
         ein großer Schützenfestzug durch die festlich geschmückten
         Straßen zum Festplatz, wo anschließend allgemeine
         Volksbelustigung und Tanz war. Am Montag früh 9:00 Uhr
         war Festgottesdienst anschließend ein Frühschoppen bei
         Mitglied Josef Gustav Heeg, nachmittags um 14 Uhr
         Zusammenkunft im Vereinslokal, 17 Uhr Abmarsch zum
         Festplatz und dort Kinderbelustigung und Tanz.

         Im Jahre 1929 übernimmt der Verein die Patenschaft
         über die Fahnenweihe des Schützenvereins 1910 Kahl.

         Laut Beschluß der Generalversammlung vom 8. März 1931 findet ab sofort jeden ersten Sonntag im Monat, von mittags 13 Uhr bis
         zum Anbruch der Dunkelheit ein Übungsschießen statt. Am 12. juli des Jahres wurde der Ankauf eines vereinseigenen Zielfernrohres
         beschlossen.

         Auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskriese 1932 erfolgten erneut zahlreiche Vereinsaustritte. Versammlungen wurden kaum noch
         besucht. Der Schießsport ging allerdings weiter.

         Die Gründung des 3. Reiches 1933 beeinflusste die gesamte deutsche Schützenbewegung. Die zentrale Steuerung der Vereine durch
         den absoluten Staat war unverkennbar. Alte und feste Begriffe wie 1. Schützenmeister wurden über Nacht durch den Titel 1. Führer
         ersetzt. Allerdings nicht lange, schon am 24. August 1934 unterzeichnete man die Protokolle wieder mit den althergebrachten
         Bezeichnungen. Befremdlich war außerdem, daß alljährlich von "oben herunter" Opferschießen für das "Winter-Hilfs-Werk" angeordnet
         wurden. 1936 wurde unser Verein dem Reichsportbund angegliedert.

         Dazwischen fiel 1935 die Einführung des langersehnten Königsschießens. Die erforderliche Königskette konnte im wesentlichen von
         Mitgliederspenden gekauft werden.

         Am 7. Januar 1939 erfoglte die vorläufig letzte Eintragung vor dem 2. Weltkrieg und zwar über eine Generalversammlung, die wie
         üblich mit der Ortsschelle bekannt gegeben wurde und in der noch der Beschluß gefaßt wurde, den Kirchgang am 20. Januar abzuahlten,
         verbunden mit einem Preisschießen und daß im Frühjahr ein Gabenschießen stattfinden sollte. Anwesend waren 30 Mitlieder. Die nächsten
         vier Seiten sind herausgerissen, so daß die uns keinen Aufschluß über die weitere Vereinsgeschichte geben können. Es ist aber durch
         Einträge in das Kassenbuch gesichert, daß das Vereinsleben nich völlig zum Erliegen kam. So gab es noch Mitgliedsbeiträge bis 1942
         zu verbuchen und auch Ausgaben über das Kirchenamt, sowie die Kranzspende am Sebastianstag sidn noch bis 1942 nachzulesen.

         Das Ende des 2. Weltkrieges brachte auch den Zusammenbruch des deutschen Sports. Der Alliierte Kontrollrat ordnete am 17.12.1945
         die Auflösung aller deutschen Turn- und Sportverbände sowie der Vereine an.

         Nach dem schrecklichen Kriegsende dachte man aber weder in den Städten noch auf dem Lande an eine Wiederaufnahme der Schützen-
         tradition. Verständlicherweise stand den wenigsten Männern unmittelbar nach Kriegsende auch nicht der Sinn danach eine Waffe in
         die Hand zu nehmen. Außerdem hatte die Besatzungsmächte jede schießsportliche Betätigung strikt untersagt. Sie ordneten die
         Abliederung aller Sportwaffen an und beschlagnahmten mitunter wertvolle Schützenkleinodien. Unsere Königskette und Vereinsfahne
         mußten vor diesem Zugriff versteckt werden.
      

Der Neubeginn

         Ab 1948 wurde den sich neu formierten Schützenvereinen die Ausübung des Schießsport mit Luftdruckwaffen gestattet, die allerdings
         einen glatten Lauf haben mußten. Über diese Entscheidung war man zutiefst depremiert. Mit Luftgewehren konnten sich vielleicht
         Halbwüchsige die Zeit an Schießbuden vertreiben, aber auf einer Schießstätte hatte solches Spielzeug doch nichts verloren.

         Die sogenanne Windbüchse war schon um 1600 bekannt. Kaiser Franz Josef II. von Österreich bestellte einmal 500 Windbüchsen beim
         Tiroler Uhrmacher Girandoni. Der militärische Erfolg war gering, nicht zuletzt deshalb, da das 20schüssige Modell 1500 Pumpstöße
         braucht, um einen dreiviertel Liter Druckluft zu erzeugen.

         Niemand hielt es also für möglich, daß soetwas wettkampftauglich wird. Und doch, innerhalb weniger Jahre eroberte das Luftgewehr
         die Herzen der Schützen. Das lag wohl auch daran, daß man an geschlossenen Ständen schießen konnte und kein Pulverdampf einatmen
         mußte. So gab es Anfang der 50er den Anstoß für zahlreiche Neu- und Wiedergründungen.

         Vielleicht auch für unsere, die am 22. Mai 1954 im Gasthaus "Zum Anker" stattfand. 1.Schützenmeister war Richard Göhler. Neu
         aufgenommen wurden fünf Mitglieder, so daß die Zahl der Vereinsmitglieder auf 40 anwuchs. Einmündig legten die Schützen das
         Bekenntnis ab, den Verein mit neuer Kraft bald auf den Vorkriegsstand zu bringen. Eine Balkenüberschrift in der Tageszeitung
         über die Mitgliederversammlung drückte das so aus: "Vor allem Kammeradschaft!". Von den Gründungsmitgliedern sind neben
         Ehrenschützenmeister Karl Brönner noch sechs weitere am Leben. Der Schießbetrieb wurde auf zwei provisorischen Schießständen in
         der Kegelbahn vom "Anker" aufgenommen.

         Am 23. Januar 1955, erstmals nach 15 Jahren Unterbrechung,
         feierten die Adler-Schützen unter großer Anteilnahme der        
         Bevölkerung wieder den Tag ihres Schutzpatrons des hl.
         Sebastians. Sämtliche Mitglieder der drei hösbacher
         Schützenvereine beteiligen sich geschlossen am Kirchgang
         mit anschließendem Totengedenken. Ein alter Brauch war
         wieder aufgelebt.

         Im gleichen Jahr erfuhr auch das Königsschießen im
         Verein seine Wiedergeburt. Die traditionelle
         Königskette, ein von Georg Fleckenstein streng
         gehütetes Gut, existierte ja noch und konnte dem
         1. Schützenkönig der Nachkriegsjahre übergeben werden.

         1957 errichtete man in kürzester Zeit, mit vielen freiwilligen
         Arbeitsstunden, vier neue Schießstände im Hof des "Anker".
         Die Baumaterialien waren Spenden von Mitgliedern und
         Gönnern, allen voran die Herbergsmutter.

         Ds 60jährige Stiftungsfest 1958 wurde zu einer echten
         Demonstration des Schießsports. Schützen aus 18 Gau-
         vereinen und 16 Mannschaften aus 11 Ortsvereinen
         traten zum Preis- und Pokalschießen an. Nur durch den
         Bau von zehn weiteren Schießständen im Hof des
         Vereinswirtes konnte der Ansturm der Schützen bewältigt
         werden.
      

Die "Ära Fäth"

         1959 wurde durch die Wahl von Schützenbruder Adam Fäth, einem begeisterten und erfolgreichen Schützen, zum 1. Schützenmeister
         die 10jährige "Ära Fäth" eingeleitet.
         
         Die Sebastiansfeier des gleichen Jahres begann mit dem
         üblichen Kirchgang. Anschließend sollte Ehrenschützenmeister
         Karl Brönner für seine großen Verdienste ausgezeichnet
         werden. Nach der Laudatio durch den 1. Schützenmeister
         Adam Fäth und nach Überreichung einer Ehrengabe starb
         Karl Brönner an einem akuten Herzversagen. So lebte und
         starb Karl Brönner für den Schießsport.

         Noch im gleichen Jahr bauten die Adler-Schützen einen
         freundlichen Aufenthaltsraum. Die Bauarbeiten wurden
         natürlich in freiwilligen Arbeits stunden ausgeführt. Mit
         der feierlichen Einweihung war ein öffentliches Preisschießen
         verbunden. Es beteiligen sich 119 Schützen aus 23
         Vereinen.

         Zum 65jährigen Jublimäum wurde ein großes Jubiläumsschießen
         veranstaltet, an dem 41 Vereine mit 216 Schützen teilnahmen.
         Damit übertraf man in der damaligen Zeit alle Vergleiche.

         1966 wurde erstmals zum Sebastianstag ein von den Ehrenmitgliedern gestifteter Adler, mit ausgebreiteten Flügeln, auf
         einem Marmorsockel sitzend, herausgeschossen. Diese Trophäe hat mittlerweile im Verein Kultstatus. Außerdem bildeten
         wir in diesem Jahr als einer der ersten Vereine im Schützengau eine Damenmannschaft, die mit den immer stärker sich
         in den Vordergrund schiebenden Jung-Schützen und den drei übrigen Mannschaften den Vereinssport auf eine breitere Basis
         stellten.

         Das 70jährige Jubiläumsfest im Jahre 1968 setzte wie schon seine Vorgänger neue Maßstäbe. Auf die Ausschreibungen zum
         Preisschschießen gingen so viele Meldungen ein, daß Hösbach im Juni des Jahres zu einem Eldorado der Schützen zu werden
         schien. Auf insgesamt 23 Ständen, zehn im Ankersaal, neun im Innenhof und vier im Schützenheim, traten 452 Gauschützen,
         39 Mannschaften aus 18 Ortsvereinen und darüber hinaus noch fast 200 freie Schützen an. Das verhalf uns Adler-Schützen
         zu einem unterfränkischen Rekord der besonderen Art.
         Am Samstag, den 22.6.1968, fanden Siegerehrung und Preisverleihung statt. Der eigendliche Festsonntag begann mit der
         Kirchenparade. Danach stieg im geschmückten Ankersaal die große Jubiläumsfeier.

         In der Königsfeier des gleichen Jahres erlebten Gäste und Mitglieder einen neuen Höhepunkt. Erstmals in der Vereins-
         geschichte war zum König der Aktiven und Jungschützen ein König der Passiven zu proklamieren. Die erforderliche Kette
         wurde von Mitglied Franz Göhler großzügigerweise gestiftet. Nach der feierlichen Würdenverleihung luden dann erstmals
         "Drei Königsgeschlechter" zum traditionellen Festmahl.

         In der Generalversammlung 1968 stellte Schützenmeister Adam Fäth sein Amt aus freien Stücken zur Verfügung. Er hatte
         den Verein über 10 Jhare erfolgreich geführt. Zum Dank wurde er mit dem Titel Ehrenschützenmeister belohnt. Sein
         Nachfolger wurde Schützenbruder Max Sauer.

         Ein weiterer Markstein in der Vereinsgeschichte war die Erweiterung der Schießanlage 1969. Nach langwierigen
         Verhandlungen und Planungen konnte dank der Großzügigkeit der Ankerwirtsleute Bär zue Tat geschritten werden. Es
         entstand nach dreimonatiger Bauzeit eine der modernsten Schießanlagen im Landkreis und darüber hinaus. Rund 1500
         freiwillige Arbeitsstunden ließen einen lange gehegten Wunsch mit der Einweihung am 27.10.1969 in Erfüllung gehen.
      

Die "70er"

         Zum ersten mal in der Vereinsgeschichte wurde 1973 das 75jährige Jubiläum mit einem Zeltfest gefeiert. Höhepunkt
         war dabei ein schön ausgestatteter Festzug, der sich durch reich geschmückte Straßen bewegte.

         1. Schützenmeister Max Sauer, der auf Jahre äußerst erfolgreicher Arbeit zurückblicken konnte, insbesondere auch
         was den Mitgleiderzuwachs betraf, legte sein Amt 1976 freiwillig in die Hände von Heinrich Fäth.

         Erwähnenswert ist auch die Tatsache, daß unser Verein in diesem Jahr die Fahnenpatenschaft beim Schützenverein
         "Alpenjäger" Sommerkahl übernahm.

         Am 31. Januar 1978 erfolgt die Eintragung des Schützenvereins "Adler" Hösbach e.V. in das Vereinsregister des
         Amtsgerichts Aschaffenburg unter der Nr. Vr 430 und damit als gemeinnütziger Verein anerkannt.

         Im selben Jahr wird das 80jährige Jubiläum wieder mit einem Zeltfest begangen. Trotz ungünstiger Witterung wurde
         das Fest ein Erfolg. Das vom 4. - 23. Mai durchgeführte Gau-, Preis- und Königsschießen war wieder eine Werbung
         für den Schießsport. Es nahmen 529 Schützen teil. Um diesen großen Ansturm an Schützen gerecht zu werden, mußten
         neben den acht Schießständen im Vereinsheim zehn weitere im "Ankersaal" und nochmals vier im Innenhof aufgebaut
         werden.

         Nachdem der Besitzer des Vereinslokals 1976 wechselte, schien zunächst alles normal weiterzugehen. Aber nach einem
         erneuten Besitzerwechel im Jahre 1980, sollte das Gaushaus "Zum Anker" abgerissen werden und wir für eine neues
         Vereinsheim eine Pacht zahlen, die nicht erschwinglich war. Die Planungen für ein neues Schützenheim begannen.
      

Erstes vereinseigenes Schützenheim

         Nach der Aufgabe der Ankergaststätte 1981 musste der
         Verein kurzfristig handeln un sich nach einer neuen
         Bleibe umsehen. Nach Zusage der Gemeinde entstand
         dann in der Wenighösbacher Straße auf einem Grundstück
         der Gemeinde unter enormen Aufgebot an Eigenleistungen
         unser erstes eigenes Vereinsheim. Dieses war ein
         Arbeiterwohnheim in Holzbauweise, von der PWA in
         Stockstadt zum Abriß bestimmt, konnte aber aufgrund
         seines noch guten Zustands bei uns zu einer neuen
         Bestimmung finden. Am 25. April 1981 wurde mit dem
         Zerlegen desselben in Stockstadt begonnen. Nach dem
         am 8. Juli begonnenen Aushub der Fundamente und
         weiterem Ausbau konnte schon im Dezember das Richtfest
         gefeiert werden. Im April 1982, nach einjähriger Bauzeit,
         konnten wir dann in das neu errichtete Schützenheim
         einziehen.

         Anfang 1982 ging das Amt des 1. Schützenmeisters auf
         Roland Rettinger über. nachdem Schützenbruder Heinrich
         Fäth aus persönlichen Gründen sein Amt niederlegte.

         Zahlreiche Prominente und Schützenfreunde kamen am
         7. Juli 1982 zur feierlichen Einweihung und Segnung
         des Vereinsheimes.
         Erstmals in der Vereinsgeschichte durften die "Adler-Schützen" darüber jubeln, daß
         mit Werner Fleckenstein ein Mitglied des Vereins die Würde des Gauschützenkönigs
         erringen konnte.

         Nachdem unsere fast 80jährige Vereinsfahne derart unansehnlich geworden war, entschloß
         man sich diese 1984 gründlich zu restaurieren. Nach der Aufarbeitung des Fahnentuches,
         wurden auch zwei Fahnenschleifen ausgebessert und ein neuer Fahnenkranz angeschafft.

         Die nächsten drei Jübiläumsfeste 1983, 1988 und 1993 wurden dann auf dem Parkplatz am
         Schützenheim in einem kleinen Festzelt abgehalten.

         Wie auch schon bei unseren Gründungsvätern, bringen alljährlich durchgeführte Veranstal-
         tungen, sei es sportlicher Natur (Königs-, Ostereierschießen) oder im gesellschaftlichen
         Berein (Schlachtfest) vielfältige Abwechslung in unser Vereinsleben. Nicht zu vergessen
         natürlich der Kontakt mit den Ortsvereinen und anderen Schützenvereinen.

         Ein weiterer Meilenstein war das 1989 in Zusammenarbeit mit unseren beiden Brudervereinen
         ausgerichtete Gau-, Preis- und Königsschießen. Diese Veranstaltung mit ausgelobten Preisen
         im Wert von DM 25.000.- war ein großer Erfolg und brachte 578 Teilnehmer nach Hösbach und
         an den Schießstand unserer Schützenbrüder von Grüntal.
         
         Anläßlich der ersten urkundlichen Erwähnung Hösbachs vor 800 Jahren veranstaltete die
         Gemeinde ein Dorffest, an dem wir mit einem Weinstand und den dazu passenden Speisen
         teilnahmen. In einem Zeltanbau zeigten die Schützenbrüder Josef Völker und Rudi Wenzel
         den Besuchern die Tätigkeit des Papiermachers.

         Am historischen Festzug nahmen wir ebenfalls teil. Unser Motto war die Darstellung des
         30jährigen Krieges. in die original Kostümen von Landknechten, Bauersleuten und Pestkranken,
         unter Mitführung eines Zugwagens, nahmen wir an diesem wohl einmaligen Festzug teil.
         Auch unter dem Motto "Erste Vereine in Hösbach" waren wir mit sieben Personen in
         historischer Kleidung mit von der Partie.

         Ein zum 95jährigen Jubiläum von uns durchgeführtes Gau-, Preis- und Königsschießen war
         das letzte, das in dieser Form im Schützengau durchgeführt wurde und brachte nicht den
         gewünschten Erfolg. Die Resonanz der Schützen, nur 384 Teilnehmer trotz hochrangiger Preise,
         war insbesondere von den Gauvereinen gering. Die Zeit der großen Preisschießen, abgehalten
         von kleinen Vereinen, scheint damit vorbei.